Recipe: Black currant bake

Not that much going on here right now, I know.
First because I made some modern things I don’t want to show here, but the time they took I lack for sewing historical patterns. Second because the things that actually would fit in here still need some preparation and nice photos. And third because I am amidst radiation therapy which is not only time-consuming, but also very tiring.

So I beg you to be patient a little longer. While you are waiting you could try one more recipe from my 1891 cook book “Praktisches Davidis-Holle Kochbuch”. I already made this a while ago, in late june to be precise. We bought a little black-currant-tree for our balcony in spring and it was full of fruits in june, so I had to find some recipes very quickly. The best, from the same cook book, was a sauce with such an intense flavour that I still dream of it. Unfortunately I didn’t document it at all and didn’t stick to the recipe, so there is no way to document it for you. When I will try it again next year I hope I will be more thoughtful.

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For this recipe you don’t need to wait until black currant season is back, as you can also do it with nearly every other fruit:

Standard apple bake, than can be made from every other fruit as well. For 10-12 servings use 250g flour, 70g butter, 400ml milk, 2 tablespoons sugar, 6 eggs, grated lemon peel or 8 pounded bitter almonds an 1 1/2 teaspoon salt.
After the above given parts have been assembled as told [=mix everything together], place one quarter  in a well prepared oven dish [=buttered oven dish], place two piled soup plates full of sourly mellow apples, cut in four, inside, sprinkle with sugar and cinnamon, pour the rest of the dough on top and bake for 1h 15min.
The same can, as above mentioned, be made from all fruits. Plums, fresh as well as dried ones, have to be pitted, the latter ones need to be cooked before being pitted; juicy fruits as there are sour cherries, blueberries, currants and so on, are mixed with pounded rusk and, depending on the amount of acid, with more or less sugar.

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auf deutsch:

Ja, viel los ist hier momentan nicht. Das liegt erstens daran, dass ich einige moderne Dinge genäht habe, über welche ich ja nicht blogge, zweitens weil die Dinge, die dann doch passen würden noch etwas Arbeit und Fotos brauchen und drittens weil ich grad mitten in der Strahlentherapie bin, welche nicht nur viel Zeit frisst, sondern zudem noch müde macht.

Daher bitte ich um ein wenig Geduld, bis es hier wieder interessanter wird. Bis dahin könntet ihr beispielsweise noch ein Rezept aus meinem “Praktisches Davidis-Holle Kochbuch” von 1891 ausprobieren. Erprobt habe ich es schon vor einer ganzen Weile, Ende Juni um genau zu sein. Im Frühjahr haben wir uns einen Johannisbeerbaum für den Balkon gekauft und der trug mit einem Mal einen Haufen Früchte für dich ich mir dringend eine Verwendung einfallen lassen musste. Die beste war zweifelsohne eine Sauce, das Rezept stammt ebenfalls aus diesem Kochbuch, der Geschmack war einfach himmlisch. Leider habe ich nichts dokumentiert und mich nicht ganz ans Rezept gehalten, so dass ich wenig darüber schreiben kann. Ihr müsstet einfach bis zur nächsten Saison warten.
Dafür ist das hier ein Rezept, welches ihr mit vielen anderen Früchten ebenfalls ausprobieren könnt:

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Gewöhnlicher Auflauf von Äpfeln, der jedoch von allen andern Früchten ebenso gemacht werden kann. Für10 bis 12 Personen nehme man 250g Mehl, 70g Butter, 4/10l Milch, 2 Esslöffel Zucker, 6 Eier, Citronenschale oder 8 Stück gestossene bittere Mandeln und 1 1/2 Theelöffel Salz.
Nachdem die bemerkten Teile nach vorhergehender Angabe zusammengesetzt sind, gebe man davon den vierten Teil in eine gut zugerichtete [=gebutterte] Form oder Schüssel, lege zwei gehäufte Suppenteller in vier Teile geschnittene mürbe säuerliche Äpfel darüber hin, bestreue diese mit Zucker und Zimt, bedecke sie mit der übrigen Masse und backe den Auflauf 1 1/4 Stunde.
Derselbe kann, wie oben bemerkt, von allen Früchten gebacken werden. Zwetschgen, sowohl frische als getrocknete, werden ausgesteint, letztere aber vor dem Aussteinen weich gekocht; bei saftigen Früchten, als: sauren Kirschen, Heidelbeeren (Bickbeeren), Johannisbeeren etc. wird des Saftes wegen gestossener Zwieback mit dem Obst vermischt, und dieses, je nachdem es viel oder weniger Säure hat, mehr oder weniger versüsst.

See you soon, alles Liebe

ette

 

Sorting through my stuff…two things become one

Nothing big going on right now, I’m busy and oftentimes it is too warm to do anything, sorry for the lack of showstoppers.
At the moment I am going through my stash, looking for new projects, finding old and abandoned Ufos and long forgotten shirts I loved to death but couldn’t bear to part with, so they went into the “maybe I can use it someday”-drawer.

Two items that have lived with me already quite some time: a Souvenir-handkerchief from the Swiss Museum of Transport from the 1960ies or 70ies I always thought too beautiful to use and a dark-blue velvet pillowcase that only needed one small part of a seam re-sewn. I had bought it in an antiques shop with a special shelf: grab a bag, fill it and pay 3€ for the whole, no matter how much stuff you managed to get into it.  As you can imagine, only being interested in a few items led to at least one full bag in the end, you can never know when something could be useful and hey, its paid! That’s how I came into the possession of a not particularly beautiful and slightly damaged 70ies velvet pillowcase.

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Because the blue in the print of the hanky matched the velvet so well I thought it would be lovely to combine the two. I quickly repaired the damaged seam on the pillowcase an ironed some interfacing to the back of the handkerchief. Why this? I had some reasons: The fabric is very thin, so the dark velvet was shining through and it didn’t look white at all, second the fabric is very thin and I wanted to give it some support and third I feared the velvet’s pile could cause the thin fabric to move, this would have caused wrinkles on one side of the hanky and I wanted to avoid this risk. Oh and because it made things a lot easier. The fabric could easily be stretched and shifted in all directions (did I mention it is thin?), supporting it with the interfacing helped a lot while sewing it onto the pillowcase by hand.

Don’t know more I could tell you about such an easy and small project. So if you have some beautiful hankies lying around, why not decorate your pillows with it? Upcycling at its easiest 😉
And no, it usually doesn’t sit on this step stool, but on the stool in front of my sewing machine, even though I try to find a place in my flat where it is treated better, it is so much more than a seat cushion :-)

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Auf Deutsch

Zur Zeit läuft hier leider nicht so viel. Ich habe recht viel zu tun und in der Hitze nähen macht auch keinen grossen Spass. Also sorry für die eher mageren Projekte derzeit.

Momentan gehe ich ein wenig meine Bestände durch und finde neue Ideen, alte und verlassene unfertige Objekte und alte Lieblingsshirts, von denen ich mich lange nicht trennen konnte und die deshalb in die “ich finde sicher noch eine Verwendung”-Schublade wanderten.

Zwei Dinge die sich schon länger mit mir eine Wohnung teilen: Ein Stofftaschentuch aus dem Verkehrshaus der Schweiz aus den 60er oder 70er Jahren welches ich immer zu hübsch fand um mein Näschen damit zu putzen und eine Kissenhülle aus blauem Samt, der lediglich ein kleines Stück defekte Naht fehlte. Diese hatte ich in einem kleinen Trödelladen mit einem speziellen Regal gefunden: eine Tüte mit Dingen aus dem Regal für 3€, egal wie viel man reingestopft hat. Ihr könnt euch vorstellen, das Interesse an wenigen Teilen führte trotzdem zu prallgefüllten Beuteln, kann ja immer nützlich sein und hey, es ist bezahlt! So kam ich in den Besitz dieser nicht unbedingt schön zu nennenden und leicht angeschlagenen 70er-Jahre Kissenhülle.

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Auf die Idee, diese beiden Fundstücke zu vereinen kam ich, weil das Blau in dem Druck des Taschentuchs so perfekt zum Samt passt. Also reparierte ich schnell die beschädigte Naht und bügelte Vlieseline auf die Rückseite des Taschentuchs. Warum? Aus mehreren Gründen: Der Stoff ist recht dünn und das dunkelblau schimmerte durch, was das Taschentuch ziemlich grau erscheinen liess, zweitens wollte ich den dünnen Stoff ein wenig stabilisieren und drittens hatte ich Angst, der Samtflor könnte das Taschentuch in eine Richtung schieben und damit Falten an einer Seite des Tuchs werfen, wenn dieses aufgenäht ist. Ausserdem machte die Vlieseline das Aufnähen sehr viel einfacher. Weil der Stoff so dünn ist (erwähnte ich das schon?) konnte man ihn in jede Richtung verschieben und ziehen, die Vlieseline hält ihn in der zugeschnittenen, quadratischen Form.

Tja, was soll ich euch sonst noch darüber erzählen, ist ja wirklich ein sehr kleines Projekt. Aber vielleicht hat jemand von euch auch alte Stofftaschentücher rumliegen und weiss nicht wohin damit, dann nehmt das hier als kleine aber feine Upcycling-Idee.
Und nein, eigentlich wohnt es nicht auf dem Tritthocker, sondern auf dem Hocker vor meiner Nähmaschine, auch wenn es langfristig einen besseren Platz finden soll, als Sitzkissen ist es mir doch ein wenig zu schade.

See you soon, alles Liebe

ette

Spring in Summer – Printemps Summer Catalogue 1907

It has been months since  I participated in Beswingtes Fräulein’s “Getrödelt, Gefunden, Gefreut“, where you show your antique and flea market shopping finds on the 1st of the month. Now this month I am back on track again :-)

What I want to show you today is nothing more than a fragment. I found these pages in an antique shop in the neighbouring town, they were taped into passepartouts, but were lying in a box without any frame or support. I collected as much pages as I could find and bought the lot for 15 CHF, not very cheap but as I had never seen anything similar in an antiques shop I was willing to pay this price, even though it seemed a bit on the top end for me.
The pages all belong to an early department store catalogue. Maybe you know that in Europe the early 20th century saw a rise of the department store, shops like “Au bon marché” or “Au printemps” became not only the first large and luxurious mall-like stores where you could buy anything, they also offered mail-order and shipped catalogues to their clients.
What I found are pages from the swiss issue of the Summer 1907 mail-order catalogue of “Au printemps“. Most interesting for me was to see how the change from made-to-measure-tailor dresses to store-bought off-the-rack fashion. The women’s fashion in these few pages ranges from made-to-measure over half-sewn and not-sewn to ready-made garments.
Now, without much ado, enjoy all these pigeon breasts:

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Auf deutsch

So lange war ich nicht mehr dabei, aber diesen Monat zeige ich euch endlich auch mal wieder ein wenig Trödel im Rahmen von “Getrödelt, Gefunden, Gefreut“, gehostet von dem Beswingten Fräulein.
Was ihr hier sehr ist der klägliche Rest eines Kaufhaus-Katalogs von 1907. Kaufhäuser waren um die Jahrhundertwende ja gross im Kommen und boten nicht nur ein ganz neues Einkaufserlebnis in riesigen Luxus-Tempeln die scheinbar alles nur denkbare anboten, es gab auch die Möglichkeit, per Katalog vom Sofa aus zu bestellen, frühe Versandhäuser also. Dies sind Seiten des Schweizer Katalogs des Kaufhauses “Au Printemps” für den Sommer 1907. Gefunden habe ich sie in der Nachbarstadt in einem kleinen Antikladen, sie lagen eingeklebt in Passepartouts, aber ohne Rahmen oder sonst einen Schutz, in einer Kiste mit allem möglichen anderen Krempel. Ich habe so viele Seiten wie ich finden konnte zusammengeklaubt (man darf sagen gerettet^^), trotzdem sind es längst nicht alle. Abgeknöpft wurden mir dafür 15 Franken. Das fand ich ehrlich gesagt recht teuer, aber da ich noch nie etwas vergleichbares gefunden hatte, war es mir die Sache trotzdem wert. Was ich besonders interessant finde, ist der sichtbare Wandel von massgeschneiderter Schneider-Mode hin zu Modellen “von der Stange”. Neben diesen beiden findet man im Katalog auch Zwischenschritte, halbangefertigt und nichtangefertigt.
Und jetzt lasse ich einfach Bilder sprechen :-)

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See you soon, alles Liebe,

ette

A bag when you need one – Second take!

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A few weeks ago I was strolling through Ikea and saw something I considered very practical, a bedside-bag. My bedside table is very small and always completely overcrowded. What a tempting thought to have some additional space that you can use even in the dark without risking to push the glass of water off the table. This bag was already in my shopping cart when I thought to myself “you can do this yourself, can’t you?”. So I put it back in the shelf, bought a whole lot of other stuff I didn’t need (as always) instead and started planning my own bedside-bag. I knew I wanted mine to be decorated. Therefore I started with the search for a motif first. After having found various designs that fitted different shapes I asked myself what I would put into these bags and the most essential thing was: the book! That very book lying by your bed that gets your last five minutes of attention and energy before you fall asleep. So I decided to cut it down to one bag and settled on a square motif designed by Bruno Behrendt I found in “Kunstgewerbe für das Haus”, issue September 1905. The motif was designed for being painted on or cut into leather to decorate a wallet, therefore the underground should be “very light, grey or yellowish”. Well neither did I have leather in that colour nor did I want my bag to be made from leather. Instead I settled on a bright yellow cotton leftover (I had bought the fabric to sew a pajama for my boyfriend in 2008). To paint the motif I used standard textile paint and a brush, sticking with the colour scheme given in the tutorial:

outline and the centre of the corner-motif: blue
background: black
motif in the corner: green and blueish green
area around the birds’ eyes: white
feathers: skin-colour
beaks: yellow
beak markings: orange

Instead of the u-shaped bar Ikea uses to attach the bag to your bedframe I made the back of my bag of cardboard and added ribbons to tie it to the frame. Afterwards I learned that the slatted frame traps the bag already through its weight so the ribbons wouldn’t have been neccessary.

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auf Deutsch

Vor ein paar Wochen fand ich bei Ikea etwas ziemlich praktisches, eine Betttasche. Mein Nachttisch ist recht klein und chronisch überfüllt, daher gefiel mir der Gedanke einer Ablage, welche die Gefahr das Wasserglas im Dunkeln vom Tisch zu stossen reduzieren würde. Das Täschchen lag schon in meinem Einkaufswagen als ich beschloss: Das kann ich selber! Also legte ich es zurück, kaufte anstatt dessen einen ganzen Haufen anderes Zeug, das ich nicht brauchte (wer kennt es nicht) und begann meine Betttasche zu planen. Ich wusste dass meine Tasche ein Motiv haben sollte, also begann ich mit der Suche danach. Nachdem ich schon einige potenzielle Kandidaten gefunden hatte kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht erst entscheiden müsste, welches Format meine Tasche haben soll und was überhaupt rein käme. Schnell war klar: das Buch! Eben jenes Buch, welchem man die letzten fünf Minuten Aufmerksamkeit des Tages schenkt. Damit war auch beschlossen, dass ich eigentlich nur eine Tasche brauchte und so entschied ich mich für ein Design von Bruno Behrendt aus “Kunstgewerbe für das Haus”, Ausgabe September 1905. Der Entwurf ist gedacht für eine Brieftasche, das Motiv soll in sehr helles Leder, “grau oder gelblich” geschnitten oder darauf gemalt werden. Nun hatte ich weder helles Leder noch wollte ich eine lederne Tasche. Anstatt dessen entschied ich mich für einen Rest gelbe Baumwolle (2008 für einen Schlafanzug für meinen Freund gekauft). Zum Malen habe ich ganz normale Textilfarbe und einen Pinsel genommen, bei den einzelnen Farben habe ich mich an die Vorgaben in der Zeitschrift gehalten:

Hauptkontur  und Mitte des Eckmotivs: blau
Hintergrund: schwarz
Ornament in den Ecken: grün und blauschwarz
Bereich um die Vogelaugen: weiss
Gefieder: fleischfarben
Schnäbel: gelb
Schnabelzeichnung: orange

Anstelle des U-Profils, welches bei der Ikea-Tasche die Tasche am Bettrahmen befestigt, habe ich eine feste Pappe als Rückseite genommen und Bänder zur Befestigung angenäht. Da die obere Lasche jedoch durch das Lattenrost und das Gewicht von Rost und Matratze eingeklemmt wird, wären die Bänder eigentlich gar nicht nötig gewesen.

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Now if you ask what book I am reading at the moment: Joan Haslip – The lonely Empress. Elisabeth of Austria. The book is good, but I don’t think the title was chosen very wisely, as it only helps to stress this romanticised view we have of her while the book is in fact a biography that sticks more to facts than myths.

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Und falls ihr nun wissen wollt was das für ein Buch ist: Joan Haslip – The lonely Empress. Elisabeth of Austria. Das Buch an sich ist gut, auch wenn man sich meiner Meinung mit dem Titel keinen Gefallen getan hat. Er schlägt nur wieder in diese romantisierte Sisi-Kerbe, dabei ist es eine Biografie und damit eher an Fakten denn an Mythen interessiert.

See you soon, alles Liebe

ette

More bling Monsieur Poiret!

Since my Umbridge-fiasco I had planned to sew another, more wearable 20ies dress, not immediately, but someday.

Then a couple of weeks ago I found an invitation in my mailbox, to a 20ies-charleston-party!
As everyone knows, first reaction to this kind of invitation shouldn’t be “yeah, how cool!” but “ohgoodgodwhatcanIwearIhavenothingtowearohhelpitalreadyisinonemonthtime”, don’t you know?
I asked the host if my Umbridge-dress would fit, that I could play the “girl feeling out of place”, but she insisted that the dresscode was “flapper” and not just “20ies”.

One of my secrets is: I do actually own a real flapper dress, no fringes but tulle covered with sequins. Unfortunately it is in terrible condition. Too torn to be of value for any museum or collector, but complete. I have already bought silk organza and plan to sew this underneath the torn tulle-base to make it wearable again. But I don’t want to rush with this project and I knew it to be impossible to do in a few weeks only. Additionally even though it would have matched the dresscode, if I manage to make it wearable again I wouldn’t wear it to party, it would be a pity if I ruined it on such occasion (I think a sophisticated New Year’s Eve dinner would be a better place to kill it ,-) )

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So, to cut a long story short, sounded like an excuse to sew a dress, didn’t it? 😀
Unfortunately I had to learn that I don’t own many fabrics that would be suitable for a 20ies-party-dress and I was unsure wether to choose fabric or pattern first, as both seemed to be a bit problematic. As I only had one fabric that matched and that I had enough of and that I was willing to use for this endeavor (sorry, no silk satin for a 20ies-test-run), the fabric was chosen first. A black poly-saree-Chiffon with gold and silver border-print I had bought in an Indian fabric shop in Lyons back in 2012. I had always planned to turn it into a skirt, but somehow this glitter always seemed too much to wear everyday and I didn’t like it for being pure plastic. But well enough for a fancy dress, finally.
I chose a Poirot-dress-pattern from 1922 I found in Nora Waugh’s “The pattern of women’s clothes”. Because it was part of a collection that doesn’t exist any longer I can’t show you a photo of the dress, I was unable to find it.

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The pattern is really genius. In fact is consists of nothing more but two rectangles, well, the rectangle on the back is stricly speaking a trapeze, being wider on the upper end than on the hem. The genius part is that the back rectangle is larger. It is wider, but because the dress is so wide anyway you can place the seams on the sides of your body, causing the fabric to gather more in the back than in the front. And it is also much longer. Part of this additional length hangs down from the shoulder seams but the length from the arm opening to the shoulder seam is longer than in the front, too. These two things, additional armhole length and overall width, make the rear rectangle form kind of a sack. With the help of the tassels on the part that hangs down the back, the dress is pulled backwards, causing these “sacks” to open as wide as possible. When wearing it, they work like sleeves, covering the upper half of the arms when bend.
And that is not all: According to the drawing in the book, on the fabric of the original dress are asian motifs in the front and the back, so it has kind of an exotic vibe to it. The excessive length on the back above the shoulder seams is just long enough to wear it as a headscarf or place over the shoulders, so it is a dress that allowed you to play with the Image of the foreign, exotic dancer.

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Unfortunately my sewing Mannequin was badly adjusted, therefore I made this dress much too short (again!), but I think for a little bit of party it is still good enough. And some day I might try the pattern again, maybe in a gorgeous silk crêpe to wear as a real gala-dress.

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Auf Deutsch

Seit meinem Unfall mit dem Umbridge-Kleid habe ich im Hinterkopf, irgendwann noch einmal ein vernünftiges 20er-Jahre-Kleid zu nähen.

Vor einigen Wochen fand sich in meinem Briefkasten zu meiner grossen Freude die Einladung zu einer Charleston-Party. Nun, wie ihr wisst reagiert man auf eine solche Einladung standesgemäss nicht mit “super, das wird toll!” sondern mit  “achdujewassollichanziehenichhabenichtszumanziehenundwelcheschuhesollichnehmenhilfeeee”, wisst ihr, ne?
Ich fragte dann die Gastgeberin, ob mein Umbridge-Kleid zum Fest zugelassen sei, ich könnte das Mauerblümchen spielen, das sich auf einer solchen Party fehl am Platze fühlt. Dezent wurde ich darauf hingewiesen, dass der Dresscode “Flapper” und nichr einfach “20er” sei. Das hiess wohl nein.

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Um ehrlich zu sein, ich besitze sogar ein echtes Flapper-Kleid. Keines mit Fransen, aber flächendeckend mit Pailletten bestickt. Leider ist es in einem katastrophalen Zustand, viel zu schlecht um für Sammler oder Museen von Wert zu sein, aber komplett. Ich habe bereits Seidenorganza gekauft, um damit das gesamte Kleid zu unterlegen und die Pailletten durch den zerissenen Tüll-Grund aufzunähen. Das könnte es tatsächlich wieder tragbar machen, aber ich möchte es nicht überstürzen und es ist sicher keine Arbeit, welche ich in der Kürze der Zeit nebenbei hätte beenden können, also hab ich gar nicht erst angefangen. Dazu kommt, selbst wenn es tragbar wäre, für eine solche Party wäre es mir zu schade. So ein Kleid will mit einem Knall gehen, wenn dann ruiniere ich es auf einem pompösen Sylvesterball!

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Lange Rede kurzer Sinn, es sah ganz so aus, als hätte ich eine Ausrede, ein Kleid zu nähen. Wie sich herausstellte bot mein Stofflager keine grosse Auswahl an geeigneten Stoffen und ich überlegte zunächst, ob ich erst den Stoff oder erst das Schnittmuster aussuchen sollte. Am Ende blieb nur ein einziger Stoff der nicht nur geeignet für ein Kleid solcher Art war, sondern zudem noch in ausreichender Menge vorhanden war und den ich bereit war für dieses Partykleid zu opfern (für so ein schnelles Projekt wollte ich nun keinen Seidensatin opfern, ohne den Schnitt zu kennen). Es wurde also ein schwarzer Polyester-Chiffon, ein Sari-Stoff mit gold- und silberfarbenem Glitzerdruck und Bordüren an beiden Kanten. Ich hatte ihn in einem indischen Stoffgeschäft in Lyon 2012 gekauft und hatte eigentlich vorgehabt, ihn in einen Rock zu verwandeln. Es passte dann irgendwie nie ganz und dass er Plastik war schreckte mich auch ab, aber für ein Kostüm ist er jetzt absolut in Ordnung.

Bei Nora Waugh fand ich dann auch einen Schnitt, ein Poiret-Kleid von 1922. Leider ist als Besitzer eine Sammlung angegeben, die nicht mehr existiert, so dass ich euch kein Bild vom Original zeigen kann.

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Das Schnittmuster ist absolut genial! Im Grunde genommen sind es nur zwei Rechtecke, wobei das hintere ein leichtes Trapez ist, wenn man es ganz genau nimmt. Das geniale ist, dass das rückwärtige Rechteck grösser ist als das der Vorderseite. Zum einen ist es breiter. Das Kleid ist so weit dass die Seitennähte trotzdem an der Körperseite liegen können, aber dafür wird die Rückseite dann natürlich stärker gerafft wenn die Schärpe drum kommt. Zudem ist das Schnittteil auch länger, viel länger. Ein der Teil Überlänge hängt oberhalb der Schulternähte einfach auf den Rücken herab, aber auch die Strecke zwischen dem Ende der Seitennähte und der Schulternaht ist länger als auf der Vorderseite. Diese Mehrweite und -höhe sorgen dafür, dass das Rückenteil an den Armlöchern wie eine Art Tasche fällt. An dem von der Schulter herabängenden Stück hängen noch Quasten, die ziehen zusätzlich an den Schultern und sorgen dafür, dass die “Taschen” so gross wie möglich sind. Beim Tragen funktionieren diese Öffnungen wie Ärmel, wenn man die Arme anwinkelt verschwinden die Ellbogen darin und man hat züchtig bedeckte Oberarme.
Und dann kommt noch etwas dazu: Laut der Schnittzeichnung finden sich auf dem Originalkleid asiatische Motive vorne und hinten auf dem Kleid, ein Hang zum Exotismus lässt sich also nicht leugnen. Nun ist die überschüssige Länge die am Rücken herabhängt genau so lang, dass man sie wie einen Schleier über den Kopf legen kann oder auf über die Schultern drapieren. Das Kleid lädt geradezu dazu ein, angeheitert nach zwei Gläschen Champagner die exotische Tänzerin zu mimen.

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Leider hat sich die Höhe meiner Schneiderpuppe mal wieder verstellt, weshalb es wie schon das letzte Mal ein zu kurzes 20er-Jahre-Kleid geworden ist. Aber für eine Party vollkommen tauglich! Und vielleicht zauber ich den Schnitt irgendwann noch einmal aus einem luxuriösen Seiden-Crêpe, dann aber bitte für eine richtige Gala.

See you soon, alles Liebe

ette

A bag when you need one

(Sorry, the post about the Saree-fabric-dress you might have seen on facebook has to wait a few days more)

Earlier this year I purchased a small folder filled with a series of booklets from the 1920ies, the “Manuel de Modes Sunlight”. Each booklet of this “Sunlight fashion compendium”, as the title would be in English contains one lesson. Sunlight used to be a soap brand, interesting is that they obviously kept the English name in Switzerland, but switched to the odd name “Sunlicht” in Germany (Björn wrote a very interesting post on the history of the brand, sadly only in German). If this booklets could be purchased or if you needed to collect stamps or wrappings to get them, I don’t know, there isn’t even a date in them.
But “modes” is not used as we would understand the word “fashion” today, but describes the things we would ascribe to a miliner or a modiste (compare to the historical french expression “marchande de modes”). The vast majority of the tutorials are for making hats in all shapes and materials. But there are also a few patterns for knitprojects, ties, children’s wear and handbags.

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And one pattern that can’t neccesarily be described as a handbag, but it is a bag after all. The pattern is called “Tablier-Réticule”, so “apron-handbag”. The drawing is pretty self-explanatory:

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The lower end of the apron is worked double and works as a bag, drawstrings enable to close the bag whilst the upper part of the apron is hidden inside.

As I said, most of the patterns and instructions in the book are for making hats, so this apron is meant to be handy for a miliner, for example when visiting a client and adding decoration onto a finished base. I have seen comparable aprons with pockets made from leather worn by shoemakers. Now, we are not dressing a shoemaker, but an elegant 20ies miliner, so of course the tutorial advises  us to use silk for this apron, how very sophisticated. At least it also states that the apron could as well be used when knitting or embroidering.
And, to make it more fashionable, of course you could change the shape at the bottom or the overall size.

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The instructions are very detailed, very long and in french. It is explained in every detail how much seam allowance you have to add here an how wide the ribbon has to be there. Honestly? This is an apron, not a custom made corset! It doesn’t matter at all if it is 1cm longer or shorter, in my opinion. This is the pattern diagram, for me it was completely sufficient to sew this project, I ignored both the instructions and the advise to make a paper pattern. So please excuse that I didn’t translate four pages of french instructions.

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I chose a sheer polyester fabric that mimics dupioni silk in its structure, it was given to me years ago as a leftover from some curtains. Add a bit of very stiff lace instead of the ruffles (has to be made of something plastic-like as well), a white embroidered cotton ribbon (used to be a table decoration for a christening or something like that, found it at the charity shop) to tie and some cheap satin ribbon, advanced stashbusting I would call it :-)

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My version is significantly smaller than the measurements given in the diagram above (-10cm in height and -10cm in width), simply because I didn’t have more fabric. But I do like the size it has, when using the original length the bag would have hung much too low to be comfortable within reach.

And as I am neither an elegant french miliner nor in need of a bag for my embroidery projects, I use my apron to store my clothes-pegs in it.

I hope you like this tutorial, feel free to sew your own apron and let me know, I would love to see your version!

auf Deutsch

(Falls ihr auf das Kleid aus meinem Facebook-Spoiler gewartet habt, sorry, das braucht noch ein paar Tage)

Anfang des Jahres fand ich auf dem Flohmarkt einen kleinen Stapel Hefte in Französisch, zusammengebunden und in einer passenden Mappe, wie man es heute manchmal noch bei Zeitschriften-Abos sieht. Die Hefte waren aus den 20ern und bildeten das “Manuel de Modes Sunlight” in 12 Lektionen, jedes Heft eine. Sunlight war eine Seifenfirma, interessanterweise hiess sie zu diesem Zeitpunkt in Deutschland schon “Sunlicht”,in der Schweiz wurde der Name offenbar nicht geändert (über die Marke hat Björn vor einiger Zeit einen tollen Post geschrieben). Ob man diese Büchlein einfach kaufen konnte oder man sie für Sammelmarken oder leere Seifenpapiere bekam, ich weiss es nicht.
Nun definiert dieses “Sunlight Lehrbuch der Mode” die Mode nicht in unserem heutigen Sinn, sondern enthält Anleitungen die man heute einem Hutmacher oder einer Putzmacherin zuschreiben würde (diejenigen von euch, die sich für historische Mode interessieren kennen wahrscheinlich den Begriff “marchande de modes”). Die allermeisten Anleitungen darin sind Hüte in allen Formen und Materialien. Zusätzlich gibt es noch eine Handvoll Strickanleitungen, Krawatten, Kinderkleidung und Handtaschen.

Ja, und noch etwas, was man nicht wirklich als Handtasche beschreiben kann, aber doch irgendwie eine Tasche ist, eine “Tablier-Réticule”, also eine Schürzen-Tasche. Wenn man sich die Zeichnung ansieht muss man eigentlich nicht mehr viel erklären, das untere Ende der Schürze ist doppelt gearbeitet und bildet eine Tasche, mit Zugbändern kann diese dann auch verschlossen und der obere Teil darin versteckt werden.

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Genäht ist die Schürze aus einem Polyesterstoff mit Dupionseiden-Struktur, den ich mal als Überbleibsel einer Gardine geerbt habe. Dazu ein wenig komische steife Plastikspitze anstelle der Rüsche, ein Tischband aus bestickter Baumwolle aus dem Trödelladen als Bindeband und etwas billiges Satinband, fertig und der der Materialvorrat um ein paar Schrankleichen ärmer, sehr schön!
Die Schürze ist etwas kleiner als in der Vorlage angegeben (10cm kürzer und auch 10cm schmaler), ich hatte einfach nicht mehr Stoff. Aber wenn sie so lang gewesen wäre, hätte ich nicht mehr ohne Verrenkungen hineingreifen können, also ist es für mich so besser.

Nun, ich bin weder eine elegante französische Modistin noch brauchen meine Stickprojekte ein neues Zuhause, daher ist da ganz schnöde mein Wäscheklammerbeutel geworden.

Falls euch der Schnitt gefällt und ihr ihn euch auch näht, schreibt mir bitte, ich würde sehr gerne Bilder von euren Versionen sehen.

See you soon, alles Liebe

ette

 

…we advise you to keep your seatbelts fastened at all times…

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What did she say? …I’ll sew comfortable dresses with 1/2-sleeves and not too much waist, she said. And what did she do? Fell in love with a 30ies-dress-pattern that does fulfil neither the one nor the other premise. I guess that’s how it goes, don’t you think 😉

Before you ask: I am fine. Yes, chemotherapy is crap and the first days afterwards are not really pleasant, but after this I feel better and it takes me one week to get back to normal, I even go to work the week after this (therapy is every other week, so I always have two weeks to recover). And next Monday I’ll have my final therapy already, I am so happy that it was discovered early enough so it can be treated with such a short therapy. Keep your fingers crossed that the CT scan will show no more cancer cells at the end of this month.
Sorry I kept you waiting for so long, the days I felt good have been pretty busy. When I am not working friends and family want to drop by to see how I feel or I myself want to spend the days somewhere outside instead of blogging. I can’t tell you how frequently I will post in the future, we’ll see 😉

Now, let’s talk about sewing. Shortly after I had finished the 20ies dress from my last post I fell in love with a dress I found in a “Vobachs Familienhilfe”-magazine from 1935 (the left one).

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As a fabric I chose a cotton-mix with a little stretch that had been in my stash for a very long time, I can’t even tell you when or where I bought it. It was not quite enough, that’s why the dress is a little on the short side for 1935.

I had to alter the dress a little because the pattern size was too large.  But apart from this everything went pretty straightforward. Despite the suit look, it actually is a dress, underneath the belt the seam that attaches the skirt to the bodice is hidden.

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When I was nearly done I had to realize that not a single button I owned fit the colour of the fabric, neither did the bakelite belt buckle I had planned to use. So this was to become one of the very few projects I actually took to the haberdashery shop to search for Buttons. And I found them, although they were amongst the most expensive buttons I ever bought. In the same shop I found this perfectly matching 50ies belt buckle. Now the fun part of it? I had no motivation at all to sew buttonholes, so not a single one of the buttons actually serves its purpose. Both, the four on the side and the two in the back, cover press fasteners, the two on the shoulders do nothing at all but to look beautiful.

On the technical drawing you can see the construction: sleeves and yoke are cut in one piece, but you have a seam on the top of the sleeve. The seam between the front part and the yoke is covered with this little flounce that serves as a facing as well and goes completely round the neckline.

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In the same magazine was the pattern for a small hat. Because I had a red fabric that matched the stripes of the main fabric very well I dipped my toes into milinery. Well, sort of, in fact it is just a cap, no buckram or wire included, so in fact I just sewed it like everything else. Somehow it looks better in the drawing than in real life, I can’t help but feel like a stewardess.

And now? I need red and white shoes, definitely!

Auf Deutsch

Wie war das? …Ich plane gemütliche Kleider mit halbem Arm und wenig Taille…sagte sie. Und dann? Verliebte sie sich unsterblich in einen Kleiderschnitt aus dem 30ern der weder die eine noch die andere Voraussetzung erfüllt. Ich glaube das ist normal, oder;-)

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Bevor jemand fragt: Es geht mir gut. Ja, Chemo ist Mist und die Tage danach nicht gerade angenehm. Aber danach geht es aufwärts, nach etwa einer Woche geht es mir fast wie sonst auch, die Woche danach kann ich sogar normal arbeiten (ich bekomme die Therapie im Zwei-Wochen-Rhythmus, habe also immer zwei Wochen um mich vor der nächsten zu erholen). Nächsten Montag werde ich schon meine letzte Therapiesitzung haben. Ich bin wirklich froh, dass es so früh entdeckt wurde und man es dadurch mit einer doch relativ kurzen Therapie behandeln kann. Drückt mir die Daumen dass das CT am Ende des Monats dann keine bösen Zellen mehr zeigt.
Es tut mir leid, dass ich euch so lange habe warten lassen, die Tage an denen es mir gut geht sind recht voll. Wenn ich nicht arbeite wollen Familie und Freunde sehen, dass es mir gut geht und falls nicht fällt mir meist irgendetwas ein, was ich bei dem Wetter draussen machen will. Mal sehen wie es in Zukunft mit dem regelmässig bloggen klappen wird 😉

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Nun, kommen wir zum Nähen. Kurz nachdem ich euch hier das 20er-Jahre-Kleid vorgestellt hatte verliebte ich mich in ein Kleid aus „Vobachs Familienhilfe“ von 1935 (in der Zeichnung links).
Schnell wählte ich dazu eine Baumwoll-Mischung mit wenig Stretch, die schon so lange in meinem Vorrat liegt, dass ich weder sagen kann woher noch wann ich sie gekauft habe. Leider war es recht wenig, weshalb das Kleid für 1935 wohl als skandalös kurz gelten darf.

Den Schnitt musste ich ein wenig ändern, da das Schnittmuster mir zu gross war, das ging aber alles recht gut. Auch wenn es wie ein Zweiteiler wirkt, es ist wirklich ein Kleid. Der Rock wird dort an das Oberteil genäht, wo der Gürtel sitzt, so ist die Naht versteckt.

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Als ich fast fertig war musste ich feststellen, dass meine doch reiche Knopfsammlung keinen einzigen Knopf enthielt, welcher zu diesem Projekt passte, ebenso musste ich lernen, dass die geplante Gürtelschnalle zu dunkel war. Damit wurde dies zu einem der ganz wenigen Projekte, mit welchem ich in ein Kurzwarengeschäft marschierte und Knöpfe aussuchte. Nebenbei bemerkt habe ich wohl noch nie so viel Geld für Knöpfe ausgegeben, allerdings fand ich im selben Laden eine farblich perfekte Gürtelschnalle (nur farblich, zeitlich aber wohl 50er, aber was soll’s), das versöhnt mich. Und das lustige? Ich hatte keine Lust auf Knopflöcher, weshalb sowohl die Knöpfe im Nacken als auch die an der Seite lediglich Druckknöpfe verdecken. Die an den Schultern waren von vornherein als Deko konzipiert.

Die technische Zeichnung zeigt die Konstruktion ganz schön, Ärmel und Passe sind wie Raglanärmel aus einem Stück, allerdings gebogen und daher mit Naht auf dem Arm. Die Naht zwischen Vorderteil und Passe wird durch einen Volant abgedeckt, an diesen angeschnitten der Halsbeleg, welcher sich bis zum Verschluss im Nacken rumzieht.

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Im selben Heft fand sich ein Hut-Schnittmuster. Und da ich noch etwas roten Stoff hatte, versuchte ich mein Glück als Hutmacherin. Naja, auch nicht ganz. Da weder Steifleinen noch Draht noch sonstwas involviert waren, war es doch nur ein Nähprojekt wie jedes anderes. Irgendwie gefällt es mir auf der Zeichnung besser, meine Variante lässt mich doch stark an eine Stewardess denken.

Und jetzt? Brauch ich rot-weisse Schuhe!

Bis bald, love

ette

And then life happpens

I have long struggled if I should write about my absence here at all. Foremost, this is a blog about beautiful things, about fashion, old, inherited stuff and all the tiny titbits between. If I would simply decide to take a break to come back later, this would have been completely ok.

But first of all I  was overwhelmed by your kind comments, your emotions, your offerings even though you don’t even know me. I didn’t answer them but do know, they meant a lot to me. THANK YOU SO VERY MUCH. You don’t read the blog because of some random old dress, you read it because of me and that struck a cord deep inside of me.

Second, in the last few weeks I have experienced how easy it is to fall into a deep black hole but also how already small things can make it less deep again very quickly. Your reactions to my last post were such small things, sewing something is another. So maybe keeping this blog going could help me to keep going, to share my everyday victories with you could make them even bigger victories for myself. I can’t tell if I will be able to post regularly, I am not even sure if I will be able to sew in the months to come, but we will see what the future can bring.

Some other bloggers have been helping me in the last weeks without even knowing. Bloggers who share their worries, their pains, their shadows with us all. They made me realize how helpful it could be to write about the things we suffer from and how it eases the pain to know that you are not alone in that dark hole, but that everyone has one, no matter how deep or less deep it is. Jessica and Rochelle have never hid their indispositions from their readers and taught me a lot about how to accept and love your live despite the hard bits. Andie wrote a very touching post about life with chronical pain, Annika about her life with an autoimmune disorder, Lauren also helped to wipe off the gilding of perfection with her peek behind the scenes and Michou isn’t shy to reflect the fears and thoughts on herself quite regularly on her blog.

I was diagnosed with cancer in early April, an early  stage of Hodgkin’s lymphoma. My chances to beat this are very good, but the way is going to be tough nontheless.

Being faced with something like this changes priorities in life. I don’t even like to visit flea markets anymore, because what use has collecting old stuff when you can’t use it, when you have planned all the time for a future that will now be so different from anything you imagined (still I can’t deny that I am still happy if I convince myself to go to one, but I do want to concentrate more on the things I already have instead of buying new)
But practical needs change as well. Nausea is a common side effect of chemotherapy, nothing to wear 50ies-wasp-waist-dresses with. And the permanent catheter in my upper arm increases my need of summer-garments with at least half-sleeves significantly.

So the times I feel better and able to sew, I will try to make as many beautiful garments to make me feel comfortable as I can and every single one will be celebrated as a success over depression and fatigue, over desperation and body issues (it is not easy to accept that the body you have learned to love is trying to kill you).

After all, this is a sewing blog, so let’s start :-)

This dress may have been the easiest, maybe even the most boring project I have ever made. All you have to do is cut a large rectangle (I tore it, like this you have really straight edges on the grain and it makes hemming easier), hem it (I even used my hemming-foot), finish the neckline (I faced it with bias binding), sew two seams and make two holes next to them. Done, ready to wear, next!

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It may be boring, but it is so incredible quick that this doesn’t matter.  And it is a great way to use all this insanely patterned summer fabrics that only get busier with every seam.
The fabric I bought on sale years ago, 2€/m, I bought 3m. The plan to turn it into a floor-length maxi dress (so it was this year when these were very en vogue) was never realized. I never tested the fibres, but I assume it to be viscose, maybe mixed with something synthetic. I also made a wrap-dress from it after finishing this one, now it is nearly completely gone. Yay to stashbusting.

The pattern is a 20ies one I found over at The Midvale Cottage Post. If you don’t know this blog yet, take a look, Kathleen has already posted dozens of valuable 20ies sewing tips and tutorials.
The most time consuming thing was to adapt the instructions to my measurements, because I am admittedly a pretty tiny person. Instead of a 36″-wide fabric I made my rectangle 31″ wide, the height of my armhole is 9″ and not 16″ and the seams are placed 5″ away from the edges, not 6″. The tutorial says nothing about the length of the dress, my rectangle was 80″ long. If you are good in calculating you might end up with a width of 21″ between the seams. This is a comfortable width for me, but it is a little narrow towards the hem, large steps are not that easy. Next time I would leave the last bit of the seam open or place the seams not completely parallel.
Oh, and yes, I ignore the fact that is is described as a negligee, we don’t live in the 20ies anymore and I was not ashamed at all to wear it in public :-)

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Auf Deutsch

 Ich habe lange  mit mir gekämpft ob ich auf meine Abwesenheit hier eingehen soll oder nicht. In erster Linie ist dies ein Blog über schöne Dinge, über Mode, alte Erbstücke und all die Winzigkeiten dazwischen.
Wenn ich für mich entschieden hätte eine Auszeit zu nehmen und wäre irgendwann wiedergekommen, es wäre absolut ok gewesen.

Doch ich war vor allem überwältigt von all euren Kommentaren, euren Emotionen, eurer Hilfsbereitschaft obwohl ihr mich doch gar nicht kennt. Ich habe keinen von ihnen beantwortet aber ich möchte dass ihr wisst, sie haben mir so viel bedeutet. ICH DANKE EUCH VON GANZEM HERZEN! Ihr lest diesen Blog nicht wegen ein paar alten Kleidern, sondern wegen mir und das hat mich sehr berührt.

Zudem habe ich in den letzten Wochen gelernt, wie einfach man in ein tiefes Loch fallen kann, aber auch wie bereits kleine Dinge helfen, es weniger tief werden zu lassen. Eure Reaktionen auf meinen letzten Post waren solch kleine Dinge, nähen ist ein anderes. Diesen Blog in Bewegungzu halten kann also vielleicht auch helfen, mich in Bewegung zu halten, indem ich meine kleinen alltäglichen Erfolge  mit euch teile werden sie vielleicht noch ein  bisschen wichtiger und größer für mich selber. Ich kann euch heute nicht sagen, ob ich wieder regelmäßig posten kann, ich weiß nicht einmal ob ich in den nächsten Monaten nähen können werde, áber das wird sich alles zeigen.

Einige andere Bloggerinnen haben mir in den letzten Wochen sehr geholfen, ohne es selber zu wissen.  Bloggerinnen die ihre Sorgen mit ihren Lesern teilen, ihre Ängste, ihre Schmerzen und die Schatten mit denen sie leben. Sie halfen mir zu verstehen, wie heilsam es sein kann, uns die Dinge unter denen wir leiden von der Seele zu schreiben und dass allein das Wissen hilft, nicht alleine  in einem dunklen Loch zu stecken, sondern dass wir alle unsere Löcher haben, ganz egal wie tief oder wenig tief es sein mag. Jessica und Rochelle haben aus ihren Erkrankungen nie ein Geheimnis gemacht und haben mir gezeigt, wie man sein Leben annehmen und lieben kann trotz aller Widrigkeiten. Andie hat einen sehr berührenden Post über ihr Leben mit chronischen Schmerzen geschrieben, Annika über ihre Autoimmunerkrankung, Lauren hat ihren Teil dazu beigetragen dass wir hinter die Vergoldung der  polierten Blogposts schauen können indem sie uns hinter ihre Linse schauen lies und Michou scheut nicht davor zurück, ihre Ängste und Gedanken über sich selbst regelmäßig in Blogposts zu reflektieren.

Anfang April wurde bei mir die Diagnose Lympfdrüsenkrebs gestellt, Hodgkin-Lymphom im Frühstadium. Meine Chancen auf Heilung sind sehr gut, aber der Weg wird trotzdem sehr steinig. 

Mit so etwas konfrontiert zu werden lässt einen seine Prioritäten überdenken. Ich habe nicht einmal mehr Lust auf Flohmärkte, denn was bringt mir das ganze Zeug was ich zur Verwendung in irgendeiner diffusen Zukunft kaufe, wenn diese Zukunft so ganz anders wird als ich sie mir ausmale (trotzdem genieße ich es , wenn ich denn doch nochmal einen besuche, aber ich möchte mich doch mehr auf die Sachen konzentrieren, die ich schon habe und nicht mehr so viel Neues kaufen).
Auch ganz praktische Dinge müssen neu überdacht werden. Die unvermeidbare Übelkeit während einer Chemotherapie verträgt sich nur schlecht mit 50er-Jahre-Wespen-Taille und der dauerhafte Katheter in meinem Oberarm lässt Kleider mit halblangen Ärmeln auf einmal ein großes Desiderat in meinerSommergarderobe werden.

Also, solange es mit gut geht und ich nähen kann werde ich versuchen, so viele schöne Dinge wie möglich zu zaubern, um mich gut zu fühlen und um jedes einzelne als  Sieg gegen Depression, Fatigue, Verzweifelung und  ein negatives Selbstbild zu feiern (es ist hart zu akzeptieren, dass der Körper, den man lieben gelernt hat, einen umbringen möchte).

So, zu was anderem, ist ja ein Näh-Blog hier 😉

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Das ist wohl das einfachste Kleid das ich in meinem Leben genäht habe, vielleicht auch das langweiligste. Alles was man tun muss ist ein Rechteck zuzuschneiden (ich habe gerissen, so hat man perfekte Kanten im Fadenlauf und das säumen geht einfacher), es zu säumen (mit Rollsaumfuß, ganz faul) , den Halsausschnitt umzunähen (meiner ist mit Schrägband belegt), zwei Nähte zu schliessen und daneben noch zwei Löcher zu machen. Fertig, anziehen, nächstes!
Es mag langweilig sein, aber es geht auch so unglaublich schnell dass das egal ist. Und es ist ein tolles Schnittmuster für all die schrecklich gemusterten Sommerstoffe im Vorrat, die  mit jeder Naht nur noch psychodelischer werden.
Den Stoff habe ich vor Jahren im Sale gekauft für 2€/m, 3m hab ich mitgenommen. Eigentlich wollte ich daraus ein bodenlanges Maxikleid machen (es war in diesem Sommer, also die so in Mode waren), hab ich aber nie. Brennprobe hab ich nie gemacht, ich vermute es ist Viskose, vielleicht mit was synthetischem. Nach diesem Kleid hab ich daraus noch ein Wickelkleid nach Burda genäht, jetzt ist er fast aufgebraucht. Nimm das, Stoffberg!

Das Schnittmuster stammt aus den 20ern, gefunden habe ich es bei The Midvale Cottage Post. Wenn ihr den Blog nicht kennt schaut mal vorbei, Kathleen hat dutzende tolle  Tipps und Tutorials aus den 20ern gepostet. Das aufwändigste war, den Schnitt auf meine Maße anzupassen, ich bin nunmal ein winziges Persönchen. Statt des 36″-breiten Stoffs ist mein Rechteck nur 31″ breit, mein Armloch ist 9″ und nicht 16″ hoch und die Nähte sind 5″ und nicht 6″ von den Kanten entfernt. Im Tutorial ist keine Länge angegeben, mein Rechteck ist 80″ lang. Wenn ihr mitgerechnet habt kommt ihr nun auf einen Abstand zwischen den Nähten von 21″. Das ist für mich eine bequeme Weite, am Saum wird es jedoch etwas eng, weite Schritte oder Stufen sind nicht so einfach. Beim nächsten würde ich einfach die Naht ein Stück offen lassen über dem Saum oder die Nähte nicht parallel setzen, sondern leicht anschrägen.

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Sorry, my eyes are closed but I wanted you to know I am still smiling :-)

Ach und ich ignoriere, dass es als Negligée bezeichnet wird. Wir leben nicht mehr in den 20ern und ich bin damit ganz ungeniert in aller Öffentlichkeit rumgerannt :-)

See you, hopefully, soon, thank you so much for being with me, love

ette

Back…or not

Dear all,

As promised, my next post in early April, here it is.

Unfortunately much different than planned.
There are things in life that happen unexpectedly and that can turn your world upside down. Such a thing is just happening to me.
Please understand that I didn’t comment on your blogs recently and please excuse if there won’t be any posts in the near future on my blog. I don’t say I won’t blog anymore, maybe everything will be fine soon, who knows.

Ihr Lieben

Wie angekündigt, der nächste Post erst im April, das ist wohl jetzt.
Leider ganz anders als geplant.
Es gibt Dinge im Leben die die Welt auf den Kopf und sehr unerwartet alles in Frage stellen. In genau so einer Situation befinde ich mich wohl grad.
Bitte versteht daher, dass ich in den letzten Wochen kaum auf euren Blogs kommentiert habe und entschuldigt, falls es hier in nächster Zeit keine Posts geben wird. Ich sage falls weil ich damit nicht sagen möchte, dass ich mit dem bloggen aufhören werde und vielleicht ist auch ganz bald alles schon wieder gut, wer weiß.

See you, sooner or later,

ette

Journey to the far east…

Well, were should I start….

Back in 2012 I read a beautiful post on 1950ies Sari-dresses on Tuppence Ha’Penny Vintage. Obviously the 1950ies loved the gold-decorated fabrics and mixed them as well as some Sari-style elements with european contemporary fashion.

This put me back even further in time. In the early 2000 my father worked as as service technician, traveling half the world to install and repair the machines his company sold all over the globe. It must have been 2005 when he travelled to Pakistan for a couple of weeks. As you can imagine we children, my brother and I were always very curious to hear from his travels and sometimes he even brought us some gifts. This time he brought me a traditional garment he found at a Pakistani market. I always thought of it as a Sari, but obviously it is a Shalwar kameez with a dupatta: wide trousers, a long top with slitted sides and a matching scarf, I am sure you know this kind of garment, though you didn’t know its name.

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Unfortunately he was neither able to talk to the seller nor able to read the sizes on the wrapping. So when I unwrapped it I found myself face to face with a huge, huge! page of trousers and a not quite as large top (the trousers are meant to be wide and are gathered with a cord when worn, but this was still much too large for me).
Of course I was happy nontheless, thinking I could alter it sometime in the future ( I had just started sewing). So it went into my closet. Here you can see it hanging behind me in 2005, during me moving into a new apartment (therefore the wardrobe still misses its curtains).

18-year old me, deciding which old greeting cards should be discarded
18-year old me, deciding which old greeting cards should be discarded

And there it hung for years. At some point I actually planned to fit it, but then I thought ‘when would I wear it’ and my motivation was gone the same second. At the same time I liked to fact of having three different, but matching fabrics, although we could argue about their beauty (still have to think of 1990ies nightgowns somehow).
Until the above mentioned post. As soon as I saw the dresses made from Sari-fabrics I had to think of my own oriental garment in the wardrobe nearby. But it took me until 2015 to actually realize this plan. Ten years, four moves, tree diploma (the university-entrance one from school and two at two different universities), two countries, this Shalwar kameez has seen a lot of my life.

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I knew I couldn’t turn this into an evening dress as the examples linked above, mine wasn’t silk fabric with gold embroidery, but printed cotton. So I searched for a pattern to make something like an everyday dress. I found it in my 1955/6-Lutterloh-book (see Klara, sooner than I thought!), a blouse with a matching skirt. I enlarged the pattern using my measurements and it fit without any alterrations (!). What I did alter a little was the skirt: I knew I wanted to use the scarf as a ruffle at the bottom. Because it was very wide I cut it in half and gathered it until it fit the width of the skirt pattern at half length (well, actually 2/3), the top part I cut according to the pattern.

For the top part of the skirt as well as for the facings of the blouse, I used the trouser’s fabric, the blouse itself was cut from the top fabric. I made bias binding from the trouser fabric to finish the sleeves and the hem and added a pocket into one of the skirt’s seams (Lutterloh patterns are very basic, they include the major pattern pieces, but things like facings, waistband or pockets have to be added and drafted yourself). The front parts and the collar of the blouse as well as the waistband are enforced with fusible interfacing. I only had three of the white buttons so I went for an assymetric closure instead of the two-row variant shown in the pattern. The skirt closes with a clear plastic button and two press buttons (the pleats hide any opening, so a zipper wasn’t necessary).

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The two parts together are really…special. I don’t think I will ever wear them like this, the colours are a little too wild for my taste, therefore I styled it a little over the top. But I can easily imagine wearing the skirt with a white blouse or maybe even the blouse with high-waist-trousers. At the moment I wear a navy blue cardigan with it, so only the collar is peeking out. Like this and with matching navy shoes it might even work as a standard outfit.

Whilst the fabric pattern isn’t really oriental and the term Sari is wrong, I still think of it as my Sari-dress and it makes sitar-melodies stick in my brain. This and the fact that today’s post will be the last one in march because I will use the two weeks off work to come as two weeks off blogging and will maybe spend some days away from home, it seems fair enough to link to this month’s Krea-Kränzchen, themed “Fernweh”, so wanderlust.
I won’t be posting here for the next two weeks. Because I start a new job next month I don’t think I will be able to hold my twice-a-week-post-frequency, but have to limit it to one post a week from April on, I’m sorry.

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So…wo fange ich an…
2012 las ich einen sehr schönen Post über 50er-Jahre Kleider aus Sari-Stoffen auf Tuppence Ha’Penny Vintage. Offenbar mochte man damals die gold-bestickten Sari-Stoffen und nähte modische Kleider mit exotischen Details daraus.

Das widerum warf mich zeitlich noch weiter zurück. In den 2000er Jahren arbeitete mein Vater als Servicetechniker und kam mit Reparaturen und Inbetriebnahmen in der ganzen Welt herum. Es muss 2005 gewesen sein, als er für wenige Wochen in Pakistan arbeitete. Wie ihr euch vorstellen könnt waren mein Bruder und ich immer neugierig, was er diesmal zu erzählen wusste und manchmal brachte er uns auch etwas mit. Dieses mal bekam ich ein traditionelles Gewand, welches er auf einem pakistanischen Markt gekauft hatte. Lange dachte ich, es sei eine Art “Alltags-Sari”, in Wahrheit nennt sich dieses Gewand aber Salwar Kamiz und besteht aus Salwar, einer Hose, Kamiz, einem langen Oberteil und der Dupatta, einem langen Schal. Auch wenn man den Namen nicht kennt, gesehen habt ihr dieses Gewand höchstwahrscheinlich alle schon einmal.

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Leider konnte sich mein Vater mit dem Verkäufer absolut nicht verständigen und verstand auch die Größenangaben auf der Packung nicht. Als ich mein Geschenk auspackte, sah ich mich daher mit einer wahrhaft gigantisch großen Hose konfrontiert sowie einem geringfügig weniger großen Oberteil (die Hosen sind weit geschnitten und werden zusammengebunden, aber es war trotzdem viel zu gross).
Natürlich freute ich mich trotzdem und war zuversichtlich, das ganze irgendwann mal auf meinen Körper anzupassen. Daher wanderte es erst einmal in meinen Schrank. Oben seht ihr ein Foto das während eines Umzugs 2005 gemacht wurde, hinter mir im Schrank seht ihr es hängen.

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Ja, und da hang es erstmal. Zwischendurch nahm ich mir dann wirklich vor es zu ändern. Dann überlegte ich, wann ich so etwas tragen würde und meine Motivation sank zugleich wieder. Gleichzeitig gefiel mir der Gedanke, drei zusammenpassende Stoffe zu haben, auch wenn man sich darüber streiten, ob sie so schön sind (ich muss bei der Farbkombination die ganze Zeit an 90er Jahre Nachthemden denken).
Bis ich dann den oben verlinkten Post las. Bei den Sari-Kleidern musste ich sofort an das lila Mitbringsel denken, das da neben mir im Schrank schlummerte. Aber es brauchte doch bis dieses Jahr, bis ich das Projekt endlich in Angriff nahm. 10 Jahre, vier Umzüge, drei Abschlüsse (Schule und an zwei verschiedenen Universitäten), zwei Länder, dieser Salwar Kamiz hat sehr viel von meinem Leben gesehen.

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Mir war klar, dass ich kein Abendkleid aus diesen Stoffen nähen könnte, es ist keine gold-bestickte Seide, sondern bedruckte Baumwolle. Daher schwebte mir eher sowas wie ein Tageskleid vor. Fündig wurde ich in meiner Lutterloh-Ausgabe von 1955/6, eine Bluse mit dazu passendem Rock. Den Schnitt habe ich mit meinen Maßen vergrössert und komplett ohne Änderungen genäht. Einzig den Rock habe ich an die Dupatta angepasst: Ich wusste, dass der Schal als Saumrüsche Verwendung finden sollte, also schnitt ich ihn in der Mitte durch. Danach war er immer noch so breit wie ca. 2/3 der Rocklänge. Ich rüschte ihn auf die laut Schnittmuster erforderliche Weite und ergänzte den oberen Teil mit dem Stoff der Hose. Aus demselben Stoff schnitt ich die Belege der Bluse sowie Schrägband für die Ärmel und den Blusensaum. Die Bluse selber schnitt ich aus dem Kamiz.

Lutterloh-Schnitte geben nur die absolut notwendigen Schnittteile an, Belege, Bünde und ähnliches muss man sich dazu basteln. Daher fügte ich auch direkt noch eine Tasche in eine der Rocknähte ein. Der Rock schliesst am Bund mit einem durchsichtigen Knopf und darunter mit zwei Druckknöpfen, durch die ganzen Falten reicht das vollkommen. Bund, Kragen und Belege sind mit Vlieseline verstärkt. Da ich von den großen weißen Knöpfen nur drei hatte entschied ich mich für diese assymetrische Lösung, abweichend von der Zeichnung.

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Nun, zusammen getragen ist es wirklich sehr…speziell. Die Farben sind mir auch einfach zu viel. Daher konnte ich nicht anders, als es für die Fotos absolut over-the-top zu stylen. Mit einer weißen Bluse stelle ich mir den Rock aber tatsächlich sehr schön vor, oder auch die Bluse mit einer Hose. Grad trag ich eine dunkelblaue Strickjacke drüber, so schaut nur der Kragen raus. Zusammen mit dunklen Schuhen könnte das sogar alltagstauglich sein.

Obwohl der Stoff nichts orientalisches hat und die Bezeichnung Sari falsch ist, in meinem Kopf bleibt das mein Sari-Kleid und ich muss die ganze Zeit an Sitar-Musik denken. Das und dass dies  mein letzter Post ist, bevor ich mir zeitgleich zu zwei arbeitsfreien Wochen auch zwei Blog-freie Wochen gönne (und vielleicht sogar ein paar Tage wegfahre), machen dieses Projekt einen schönen Beitrag zum diesmonatigen Krea-Kränzchen mit dem Thema “Fernweh”.
In den nächsten zwei Wochen wird es hier also sehr ruhig sein. Da ich ab April zusätzlich einen neuen Job habe, werde ich den 2x-die-Woche-Rhythmus wohl nicht beibehalten können, nach der Pause geht es dann wohl mit nur einem Post pro Woche weiter, sorry.

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blouse and skirt: ette with Lutterloh-patterns – hair veil: flea market – flower brooch: nos, gift from mum – belt: from my family – gloves: antique shop – shoes: Siemes Schuh Center – fragrance: Stella McCartney-Sheers

 See you in april, love

ette