Another dress (as if I needed one)

or: how to nearly ruin a promising project despite knowing better.

My stash is full of fabric, much too full. So I really was trying hard not to add anything new to it. The last had been a yard of Star Wars-fabric I bought at Walmart during my Florida holidays last june. And then the new year dawned and The monthly stitch announced a new challenge – not stashed. Well, if you don’t have anything not stashed and you want to participate, doesn’t this make the perfect excuse to…well…just keep your eyes open?

In the end, I added some printed cotton fabric from the thrift store and two pieces of wool fabrics from the odds-and-ends-box in a new to me fabric store to my stash. One of them, a forest green, pure wool cloth, just screamed to be turned into a dress and as 1.6m are not that much fabric for a dress, I turned to a 1940s dresses-from-little-fabric-booklet I had already purchased in 2011. In 2012 I had made one dress from it (oddly enough from a fabric I had plenty of) and since then it lay silent between all the other patterns.

parvasedapta.ch_1940s_greenVII

The booklet is undated, but I found the same patterns in a pattern magazine from 1944. Apart from the designs themselves, being made to need as little fabric as possible, the pattern also shows you how to arrange the pieces on your fabric to need as little as possible. I haven’t seen this often in pattern from that period. This for example has one very wide skirt panel for the back an the sides, so the narrow one for the center front can be placed beside the bodice pieces on the fabric (talking about a fabric width of less than a yard, 90cm).

Because it was one size too large, I measured the single pattern pieces and took some width away as well as some length from the sleeves. Note: if the bodice is too wide and the skirt fits, don’t take away width from all pattern pieces (and don’t do it over-ambitiously). Also note: remember that gathered sleeve cups need additional length.

Apart from this alterations it….well, fits. The issues I have with it are a direct result of my alterations: The sleeves are too short and the slit in the upper back tends to gap because the shoulders fit a little snug. The skirt was way too narrow, I had to remove it and add another panel to the center front (from the multiple seams you can see in the drawings, only two are actual seams, the others are just pin tucks to look like seams, now I don’t need these but have four real ones.).

To add a little detail I used black wool fabric for the bow and the belt (as well as a black vintage buckle), used black thread for topstitching and black buttons on the sleeves. Of course I didn’t manage to finish it in January, so the Monthly Stitch challenge was over. To compensate, I decided not to rush it, but finished the hems and details by hand, it was the first time I used Hug Snug for the hem, following this tutorial.

I am very happy with the result, though I really shouldn’t exercise too much in the shoulder region. At the end, there is one question left: is the bow too much? My boyfriend doesn’t like it and currently it is just held by a safety pin. Maybe I could leave it like this to be able to remove it when I’m not in the mood for bows?

Auf Deutsch: Noch ein Kleid (weil ich ja keine habe)

oder: wie ich ein vielversprechendes Projekt fast ruiniert hätte.

Mein Stoffschrank ist voll, zu voll. Daher habe ich mich in letzter Zeit brav zurückgehalten und keinen neuen Stoff gekauft, der letzte war ein Star-Wars-Stoff, den ich vom Urlaub im letzten Juni aus dem Walmart heim brachte. Dann kam das neue Jahr und mit ihm eine neue Monthly-Stitch-Challenge: not stashed (=nicht gelagert). Die Idee war eigentlich, Weihnachtsgeschenke sofort zu vernähen. Da ich so etwas nicht hatte, hielt ich dezent mal wieder die Augen auf, nur für den Fall.

Nach wenigen Tagen hatte ich einen bedruckten Baumwollstoff aus dem Trödelladen und zwei Wollstoffe aus der Restekiste eines mir neuen Stoffgeschäfts in Singen neben der Nähmaschine liegen. Das sollte für’s erste reichen. Einer davon, ein dünnes Wolltuch in Jagdgrün, schrie förmlich nach einem Leben als Kleid. Da 1.6m nicht gerade viel sind, griff ich auf ein dünnes Heft mit Sparschnitten aus den 1940er Jahren zurück, welches ich 2011 gekauft hatte. 2012 hatte ich ein Kleid daraus genäht, seitdem lag es unbeachtet im Schrank.

parvasedapta.ch_greenVIII
Das Heft ist undatiert, Beyer hat jedoch diese Schnitte auch in seiner Zeitschrift veröffentlicht, 1944. Neben den an sich auf wenig Stoff ausgelegten Schnitten, beinhalten die Anleitungen auch Zuschneidepläne für einen sparsamen Zuschnitt, ein seltener Anblick zu dieser Zeit. Bei dem von mir genähten Kleid wurde beispielsweise die hintere Rockbahn bis auf die Vorderseite der Oberschenkel verbreitert, so dass das schmale Rockteil für die vordere Mitte neben ein Oberteil-Schnittteil passt (wir sprechen von einer Stoffbreite von 90cm).

Der Schnitt war eine Nummer zu gross, daher mass ich erst aus und nahm dann von den Schnittteilen etwas weg. Merke: Wenn das Oberteil zu weit ist und der Rockteil passt, nimm nicht von allen Schnittteilen etwas weg (und halte dich auch sonst zurück). Merke ebenfalls: Puffärmel müssen länger sein als Ärmel mit glatter Armkugel.

Nach all den Änderungen…passt es ganz ok. Die Passformprobleme sind auf meinen Übermut zurückzuführen: die Ärmel sind zu kurz und der Schlitz im Nacken springt etwas auf, weil zu wenig Weite in den Schultern da ist. Der Rock war viel zu eng, ich musste die Ansatznaht auftrennen, einen Keil in die vordere Mitte einsetzen und den Rock wieder ansetzen (von den vier bzw. fünf Linien in der Zeichnung sind nur zwei Nähte, der Rest sind Biesen um die Nähte zu kaschieren. Die brauchte ich nun nicht, weil ich auch so vier Nähte hatte).

Um ein wenig Leben reinzubringen entschied ich mich nach Rücksprache mit meinem liebsten Nähforum  für schwarze Kontraste: Schleife und Gürtel fertigte ich aus schwarzem Wollstoff (das war das zweite Stück aus oben erwähnter Restekiste), Steppnähte, Gürtelschnalle und die Knöpfe an den Ärmeln wurden ebenfalls schwarz. Natürlich wurde das Projekt nicht pünktlich zur Januar-Challenge fertig, daher beschloss ich, es danach ruhig angehen zu lassen und nichts zu überstürzen. Säume und einige Details habe ich mit der Hand genäht, wobei ich für den Rocksaum nach diesem Tutorial einmal mit Hug Snug, einem Viskose-Webband gearbeitet habe.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn ich im Bereich der Schultern nicht allzu viel zunehmen sollte. Am Ende bleibt eine drängende Frage: Mit oder ohne Schleifer? Mein Freund votiert für ohne, mir gefällt sie ganz gut. Derzeit ist sie nur mit einer Sicherheitsnadel festgesteckt, vielleicht lasse ich das so, dann kann ich nach Laune entscheiden.

dress: 1940s Beyer pattern, sewn by ette – boots: Vintage skates with new soles – perfume: Alexander McQueen: McQueen (P)

best wishes, alles Liebe

ette

PS: We have a new camera and my boyfriend was distracted by all the  filters and modes it offers and took some photos only with filters. So this post contains a variety of built-in modifications I wasn’t aware of until I saw the results.

14 thoughts on “Another dress (as if I needed one)

  1. Wieder ein gutes Ergebnis… das Kleid und auch die Fotostrecke. Dass die Schleife
    abnehmbar ist, finde ich flexibel. Denn sicher gibt es auch eine passende Kette…
    Ein gelungenes Outfit einschließlich der Frisur und den Schuhen.

    1. Danke. Mit einer Kette tue ich mich momentan schwer, sie muss ja irgendwie zum Stehkragen und zu den Abnähern passen. Aber eine Brosche anstelle der Schleife kann ich mir auch gut vorstellen.
      Die Schuhe machen mir etwas Sorgen, weil das Leder inzwischen echt spröde wird. Die schwarze Farbe blättert inzwischen nur so ab. Ich hoffe, sie bleiben mir noch eine Weile erhalten.

  2. Das Kleid ist echt hübsch geworden! 🙂 Gefällt mir gut! Der Grünton ist ein Traum….

    Die Schleife würde ich variabel halten, so dass du sie tragen kannst oder eben auch nicht. Sie gefällt mir aber prinzipiell schon!

    1. Dankeschön! Und dunkelgrün gehört tatsächlich zu meinen Lieblingsfarben, daher konnte ich an dem Stoff nicht vorbeigehen. 🙂
      Bis jetzt klappt das mit der variablen Schleife sehr gut, also lasse ich es so, danke für das Feedback.

    1. Danke dir. Kommt vielleicht auch etwas auf das Styling an, ob ich es mit oder ohne Schleife tragen werde. So mit Stiefeln geht es, aber mit Riemchenpumps werde ich sie sicher weglassen, sonst sieht das doch sehr brav aus. Und mit Schleife kommen auch die Abnäher viel besser zur Geltung 🙂

  3. I think it might be better without the bow, but it’s cute either way. And when you come across those fabrics in a thrift store or odds and ends, you’re doing the world a favor by taking them home and using them!

    1. Oh, maybe I am doing the world a favor, but definitely not my stash, I don’t know if I will ever sew enough to empty it 😉
      Thank you very much, seems to have been a good decision not to attach the bow permanently.

  4. I think it looks very pretty — I am a big fan of the details. I like it with the bow — it makes it sweet and gives it that vintage vibe.

    1. Thank you, Annie. I do like the bow, but it really is cute. So I might have to be careful how to style it when wearing it with the bow. Though without there might be some black accent missing. Well, I’ll see, I will leave it as it is, so I can wear it both ways. 🙂

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