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Orange is the new white

Last weekend on the flea market I bought a small magazine, “Mode & Roman,” issue from Juli 25 1936, a French women’s magazine with some pages of fashion drawings, inspiration how to decorate your home, fun advertisements and reader’s letters, the biggest part of the pages ist occupied by a love story. I didn’t read it yet, but oftentimes these short stories aren’t better than the cheap novel-booklets you can still buy today. Anyway, they can be quite cute so I maybe will give it a try, shouldn’t be too hard to understand even in French.

Well. also included are two knitting patterns, one for a baby onesie and one for a women’s blouse in…oh wonder! a small size. Normally I have difficulties finding my size in pattern magazines and can directly search for teenage girl designs (which are mostly pretty boring).
This pattern is for a french Size 38, which, if it hasn’t changed the last 80 years, is a European size 36, which is, more or less, my size (there are a couple of brands where even 34 is too large for me and in Burda patterns I cut 34 as well, but mostly 36 works fine with a few alterations).
As with many knitting patterns, this one came with a pattern scheme, meant to be enlarged and serving as a guide to check the size while knitting.

If you have read my blog for a while you know my Achilles heel: I can’t knit. But a few months ago I had bought a leftover of a beautiful pure wool knit fabric. Initially I had planned to turn it into a pencil skirt, but I somehow I was afraid that it could become baggy after a short time or wouldn’t look as elegant as I’d like it to be, so I didn’t touch it.

Well, now I had a 30ies cardigan knitting tutorial, a pattern for it and some wool knit fabric and I thought: Couldn’t it be possible to make such a cardigan from knit fabric instead of knitting it? Modern ones are often sewn as well or are machine knitted and very fine, not unlike the fabric I had. I decided to give it a try, enlarged the pattern and cut my fabric. Because marking the fabric was impossible I just cut it with a narrow seam allowance. This proved to be a massive fault in hindsight. After I had joined the pieces it looked it fact good but was so small! I undid the seams and shifted them as close to the edge as I possibly could, gaining not more than 2cm circumference in total.
The tutorial in the magazine describes the cardigan as white with navy blue buttons and decoration. I likes this colour scheme and stuck with it, adding it to my bright orange fabric.
I used white cotton ribbon as facing on the front edges, the same ribbon combined with a length of blue ribbon became the belt. I had found a beautiful white and blue buckle in my stash to go with it.

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It took me quite some time deciding whether to add the collar or not. First I wanted to make a  navy blue collar but the I tried toying around with some antique white collars I had. Somehow it looked so girly and cute and not convincing at all, so I just finished and turned in the edges. If I want I could still add it.

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I found matching fabric covered buttons in my stash, with the ones I wanted came some smaller ones as well. As I already own a short-sleeved orange pullover I didn’t need a plain orange cardigan, so I combined the additional buttons with some mother-of-pearl-beads and arranged them around the neckline.

It still sits pretty tight and I fear it could gape when wearing it, but after all I really like it. I am a little mad with myself that I didn’t think of the ease and that knit fabric has less ease than hand knitting, I nearly ruined this lovely fabric and it was not that cheap, too.
But the final result: It works: It is possible to turn a knitting pattern scheme  into a sewing pattern for knits. Just check the size and the ease!!!

I scanned the pattern, in case anybody of you can use a french knitting tutorial.

parvasedapta.ch_1936 Cardigan

parvasedapta.ch_1936 Cardigan II

Auf Deutsch

Letztes Wochenende fand ich auf dem Trödelmarkt eine dünne Zeitschrift, “Mode & Roman” (Ausgabe vom 25- Juli 1936), ein französisches Frauenblättchen mit einer Handvoll Modezeichnungen, etwas Wohnungsdeko, die üblichen Werbeanzeigen und schlauen Briefe, den allergrössten Teil macht dann jedoch der im Titel angedrohte Roman aus. Noch hab ich ihn nicht gelesen, aber oft bewegen sich diese Erzählungen auf dem Niveau der Heftchen, die man auch heute noch am Kiosk kaufen kann. Manchmal sind diese alten Geschichten ganz niedlich und so schwer kann so etwas selbst auf französisch nicht sein, vielleicht setz ich mich mal dran und lass mich auf die Liebes-Schnulze ein.

Ebenfalls enthalten sind zwei Strickmuster, eines für einen Baby-Overall und eine Damenbluse in…sag bloss! einer kleinen Grösse. Normalerweise habe ich in den alten Heften immer Schwierigkeiten etwas passendes zu finden und nicht selten lande ich dann bei den Backfisch-Modellen (die dann soooo bieder sind). Dieser Schnitt aber ist in einer französischen Grösse 38, wenn sich da in den letzten 80 Jahren nichts geändert hat, ist das eine europäische 36, was wiederum mehr oder weniger meine Grösse ist (es gibt durchaus Marken, da ist mir selbst 34 zu gross und Burdaschnitte schneide ich auch in 34 zu, aber 36 klappt meist ganz gut, vielleicht mit ein paar Änderungen).
Wie das häufig bei Strickanleitungen der Fall ist war bei dieser ein Schema dabei, um die endgültigen Masse beim Stricken überprüfen zu können.

Nun, treue Leser wissen um meine Achillesferse: ich kann nicht stricken. Aber vor einigen Monaten hatte ich in der Restekiste wunderschönen Strick aus reiner Wolle gefunden. Eigentlich sollte er ein Bleistiftrock werden, aber ich hatte doch zu viel Angst, dass der Stoff beulen könnte oder es einfach komisch aussähe, weshalb er immer noch unberührt im Schrank lag.

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Nun, ich hatte also eine 30er-Jahre Strickanleitung, ein Schnittschema und Wollstrick und dachte: Kann man das Schnittmuster nicht einfach mit dem Strickstoff nähen anstelle es zu stricken? Moderne Cardigans sind ja auch ganz fein gestrickt, teilweise sogar dünner als mein Wollstoff. Ich beschloss es drauf ankommen zu lassen, zeichnete den Schnitt ab und zerschnitt den schönen Stoff.
Da Kreide und ähnliches nicht haften wollte schnitt ich einfach mit einem schmalen Abstand um die Schnittteile – das war DER Fehler im ganzen Projekt. Nach dem Zusammennähen musste ich feststellen dass es toll aussah, aber viel zu klein war. Ich porkelte die Nähte mühsam auseinander und nähte ein zweites Mal so nah am Rand wie möglich, viel Arbeite für am Ende nur 2cm mehr Durchmesser.

In der Zeitschrift wird die Jacke aus weisser Wolle mit blauen Knöpfen und Dekoration gemacht. Die Farben gefielen mir und ich behielt sie zusätzlich zum Orange des Stoffs bei. Die Innenseite der Knopfleiste verstärkte ich mit weissem Baumwollband, dasselbe verwandelte sich unter Hinzunahme von etwas blauem in einen Gürtel, eine alte Schnalle aus meinem Vorrat bekrönte das Gürtelvorhaben.

Dann habe ich eine Weile gebrütet, ob ich einen Kragen will oder nicht. Zunächst fand ich einen blauen Kragen eine hübsche Idee aber als ich ein paar meiner alten weissen Kragen anprobierte gefiel mir alles nicht, zu verspielt, zu niedlich, überzeugte nicht. Also klappte ich die Kanten um und der Halsausschnitt blieb nackig, einen der losen weissen Kragen könnte ich später immer noch dazu anziehen.

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Ebenfalls im Vorrat fand ich dunkelblaue Stoffknöpfe, welche es ebenfalls in einer kleineren Variante gab. Da ich schon einen orangen Kurzarm-Pullover habe und demnach keinen schlichten Kurzarmcardigan vergass ich alle Zurückhaltung, warf zu den kleinen Knöpfen noch ein paar Perlmutt-Perlen und nähte alles auf die Vorderseite.

Es ist immer noch sehr eng und ich habe ein wenig Sorge dass die Knöpfe aufspannen, trotzdem mag ich das Resultat sehr gerne. Ich ärgere mich sehr über mich selbst, dass ich an den Dehnungsfaktor nicht früher gedacht habe, so hätte ich den (übrigens gar nicht so günstigen) Stoff fast ruiniert.

Aber unter’m Strich: Es funktioniert! Man kann so ein Strickschema durchaus mit Strickstoffen nachnähen, vergesst einfach nicht Bewegungszugaben und Dehnfaktoren!

Falls jemand mit französischen Strickanleitungen arbeiten kann, habe ich die Anleitung gross genug zum nachlesen eingescannt.

Bis bald, love

ette