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Come as you are

I might have to confess something: Despite sewing almost entirely with vintage patterns and kind of following my own style, I am a frequent buyer of fashion magazines and get hold of every issue of the British Vogue and Dazed&Confused as soon as I spot them in the Newspaper shop. And always when I am on holidays, I buy either the local Vogue or some other fashion magazine (In Florida it was the “Ocean Drive“).
So I am not simply sewing vintage patterns or clothing, but often try to find some inspiring fashion trend I like and that I can combine with my vintage-love. Well, if you follow current fashion only a little bit you will have noticed that this season is all about 90s style comeback. And while platform shoes and mini skirts aren’t really my cup of tea, millefleur patterns, Doc Marten’s and jeans, oh yes please! And if I would have to name another iconic 90s fabric apart from millefleur viscose in the form of airy dresses, it would be stretch velvet.
And just to shock you a little bit more: Wikipedia defines Vintage clothing as everything older than 20 years, which means 1995 is actually vintage!

From the time I had worked in a fabric shop, I still had a leftover of burgundy lycra-velvet (see, I am having a run on red velvets at the moment), a  comparably expensive fabric usually used for stage costumes. It was a leftover on a fabric bolt and as I liked the colour, I bought the rest, it was maybe half a metre, really not much. For years and years it waited in my stash, for all the ideas and patterns I had, I didn’t have enough of it. But now, with that 90s comeback in my mind, I remembered a pattern I had used as one of my first sewing patterns ever. My first attempts in sewing I made when I was maybe 14 or 15 years old, it all started with an old sewing machine a friend of my father found when he emptied his parents’ apartment. To support my first steps, my mum gave me some fabrics she still had lying around and also a stack of sewing magazines from the 90s.

The magazine was called “Carina kreativ” and it featured a wide range of ideas, tutorials and more. In each issue you found a main topic, which could be for example christmas presents, easter decoration or the like, a designer pattern, recipes, and four of each fashion-, decoration- and beauty-trends. These four trends were followed by four creative pages on how to recreate the style yourself. That could be tutorials for small furniture, decoration objects, make-up or hair tutorials, but, for the fashion trends, also alterations, knitting ideas and whole patterns. Despite all the magazines and patterns I have gathered in the last 14 years, this little group of magazines is still one of my favourites.

This pattern is one of the first I have ever traced or used in my life, it is a cropped wrapped fitness cardigan. The first version I made of some random pink stretch fabric that was amongst the things my mum gave me. I remember hemming it before closing the underarm seams. As I didn’t match the two edges, I had a veritable step in my sleeves’ hems. The second version I made of some high quality jersey I had found in a leftover bin, but I overstretched the sleeves in the armhole and it looked horrible. I used it as a bed jacket for a pretty long time, though.

So now, welcome the third attempt. As mentioned, stretch lycra velvet. As I didn’t have enough fabric, I went for 3/4-length-sleeves. My sewing machine didn’t like to sew the fabric at all and after being kind for maybe 10cm of the seam made with the twin needle, she completely screwed up the rest. Solution always was to stop, rethread (despite being unable to spot any problem with the threading), start again. After I had re-done the hem three times for various reasons (velvet pile and stretch made a tidy hem impossible), I didn’t care about the chaos my sewing machine did on the left side of the fabric anymore. Apart from this, the project was pretty straight forward. To minimize the risk of an uneven neck opening and to prevent overstretching, I added some black lace to it, at least this went as planned.

Despite the weird hem seams (that nobody will see) I am quite happy with this little project. Another fabric less in my stash, another cardigan more in my wardrobe (I definitely don’t have enough of them), what more can I ask for? As soon as it gets a little colder I’ll pair it with some laced boots and Nirvana on my headphones, autumn, here I come!

The pattern: Carina kreativ, issue octobre 1995

Auf deutsch:

Möglicherweise ist das hier der Zeitpunkt für ein kleines Geständnis: Ich nähe so gut wie nur mit historischen Schnitten und mache mode-technisch doch häufig das, wonach mir der Sinn steht. Trotzdem bin ich einigermassen süchtig nach Modezeitschriften. Jede Ausgabe der Britischen Vogue und der Dazed&Confused wird ohne Zögern gekauft, weitere nach Bedarf und im Urlaub kommt sicher entweder eine lokale Vogue-Ausgabe oder ein anderes Modeblättchen mit heim (in Florida war es die “Ocean Drive“).
In der Praxis führt das dann dazu, dass ich mir meine Lieblingselemente der aktuellen Mode heraussuche und diese in meine Projekte mit Vintage-Schnitten einfliessen lasse. Nun, vielleicht habt ihr es mitbekommen, diese Saison sieht modetechnisch ein grosses 90er-Jahre Comeback. Und auch wenn Buffalo-Plateauschuhe und Miniröcke nicht so meins sind, bei Blümchenprints, Doc Marten’s und Jeans aller Couleur bin ich dabei! Und fragte man mich nach einem weiteren Stoff, den ich mit den 90ern in Verbindung bringe, wäre es wohl Stretch-Samt.
Da ich ja einmal gesagt habe, dass ich hier nur historische/Vintage-Projekte veröffentliche: Die englische Wikipedia definiert alles älter als 20 Jahre als Vintage-Mode, ja, das setzt die Marke bei 1995, irgendwie fühlt man sich alt, oder?

Mein Studentenjob im Stoffladen hat mich mit dem ein oder anderen Stöffchen ausgestattet, so auch mit diesem Reststück Lycra-Samt. Das ist ein sehr hochwertiger und nicht gerade billiger Stretchsamt, der meist für Bühnen- und Sportkostüme verwendet wird. Dieser halbe Meter blieb auf einem Ballen zurück und ich kaufte ihn der schönen Farbe wegen ohne ein wirkliches Projekt im Kopf. Daher schlummerte er einige Jahre im Stoffschrank, für alle Ideen war es dann doch immer zu wenig. Doch jetzt, durch das omnipräsente 90s-Comeback, fiel mir ein Schnitt ein, der tatsächlich einer der allerersten Schnitte ist, den ich je genäht habe. Dass ich überhaupt zum Nähen gekommen bin, verdanke ich der Haushaltsauflösung der Wohnung der Eltern eines Bekannten, so kam ich mit 14 oder 15 zu meiner ersten Nähmaschine. Meine Mutter kramte noch Stoff und ein paar Zeitschriften hervor, um mir Starthilfe zu geben.

Diese Zeitschriften…einige Ausgaben “Carina kreativ” aus den 1990er Jahren, irgendetwas zwischen Frauen- und Selbermachzeitschrift. In jeder Ausgabe gab es ein Hauptthema (Weihnachtsideen, Osterdeko, das übliche, aber immer ein Mix aus Handarbeiten, Basteln und Kaufen), einen Designerschnitt und drei mal vier Trends: Mode, Wohnen, Beauty. Und zu jedem Trend gab es dann eine Seite zu Selbermachen, das waren Make-Up-Anleitungen, Gymnastikübungen, kleinere Möbel oder Dekoideen für die Wohnung und bei der Mode eben auch Ready-Mades, Strickprojekte und ganze Schnittmuster. In den letzten 14 Jahren kamen viele Schnitte und Zeitschriften dazu, aber dieser kleine Stapel gehört immer noch zu meinen Favoriten.

Dieser Schnitt ist dann tatsächlich einer der ersten, an den ich mich wagte, eine kurze Wickeljacke, als Fitness-Mode gedacht. Die erste Version bestand aus einem der Stoffe meiner Mutter, einem komischen rosa Flausche-Jersey. Meine Unwissenheit liess mich die Ärmel vor dem Zusammennähen säumen und dann schief zusammennähen, das ergab dann eine ziemliche Ecke am Saum…aller Anfang ist schwer. Die zweite Version wurde aus einem Reststück recht guten roten Jerseys gezimmert und sollte eine alltagstaugliche Jacke werden. Durch schreckliches Überdehnen der Ärmel war das ganze nur als Bettjacke tragbar, überlebte dort aber erstaunlich lange.

dress: French connection – cardigan: ette/Carina kreativ -pattern – shoes: London Rebel

So, hier also nun Version Nr. 3. Wie schon gesagt aus Lycrasamt, aufgrund der Stoffknappheit reichte es nur für 3/4-Ärmel (mag ich sowieso lieber). Meine Nähmaschine kam mit dem Stoff überhaupt nicht klar, die Nähte mit der Zwillingsnadeln klappten gut für 10cm, dann gab es ein heilloses Durcheinander auf der Rückseite. Irgendwann fand ich heraus, dass sich das Ganze mit “abschneiden – neu einfädeln – weiternähen” lösen lässt, auch wenn kein Fehler sichtbar war. Das war jedoch, nachdem ich den Saum zum dritten Mal genäht hatte, auch weil Stretch und Samt einen geraden Saum so ziemlich verunmöglichen. Der ist daher grösstenteils schrecklich anzusehen, aber nur von innen, also stört es mich nicht. Abgesehen davon ging das Projekt schnell und recht problemlos, den Halsausschnitt und die Vorderkanten habe ich mit Spitze gearbeitet, so konnte ich zumindest dort das Ausleiern und beulen vermeiden.

Lange Rede – kurzer Sinn: Ich mag’s! Ein Stoff weniger, ein Cardigan mehr (kann man nie genug haben), was will ich mehr. Jetzt brauch ich Herbstwetter und dann wird das Schätzchen mit Schnürstiefeln und Nirvana auf den Ohren ausgeführt.

See you soon, alles Liebe
ette